Handwerk trifft Sport: Dachdeckermeister bringt Freestyle-Mountainbiking auf die DACH+HOLZ International 2026
Mit spektakulären Sprüngen, selbstgebauten Rampen und viel handwerklicher Präzision zeigt Dachdeckermeister und Freestyle-Mountainbiker Niels Gehrke auf der DACH+HOLZ International 2026, wie eng Sport und Handwerk verbunden sind.
München/Köln, 03.02.2026 – Im Interview spricht Niels Gehrke über seinen Weg im Dachdeckerhandwerk, seine Leidenschaft für den Extremsport und darüber, warum Balance, Risikobewertung und Körpergefühl auf dem Dach genauso wichtig sind wie auf dem Mountainbike.
Herr Gehrke, Sie sind Dachdeckermeister und gleichzeitig erfolgreicher Freestyle-Mountainbiker. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Kombination?
Niels Gehrke: „Ich bin im Handwerk aufgewachsen. Mein Vater ist Zimmermann, wir haben einen Familienbetrieb. Für mich war früh klar, dass ich auch einen handwerklichen Weg einschlagen möchte. Zimmermann wollte ich nicht werden, weil ich das von klein auf kannte. Also habe ich mir angeschaut, was nahe liegt, ein Praktikum als Dachdecker gemacht und gemerkt: Das passt. Parallel dazu hat sich das Mountainbiken entwickelt. Ich war als Jugendlicher viel im Wald unterwegs, habe mit Fahrrädern kleine Sprünge geübt. Daraus wurden mit der Zeit größere Strecken, größere Sprünge und schließlich auch Tricks und Saltos. Beides – Handwerk und Sport – ist über die Jahre gemeinsam gewachsen.“
Sie haben sich das Freestyle-Mountainbiken selbst beigebracht. Wie wichtig sind Erfahrung und Eigenverantwortung in Ihrem Sport?
Niels Gehrke: „Sehr wichtig. Als ich angefangen habe, gab es zwar schon Trainingsangebote, aber längst nicht in der heutigen Form. Vieles haben wir uns selbst erarbeitet – mit Respekt vor dem Risiko. Man lernt, seinen Körper einzuschätzen, Gefahren zu bewerten und sehr konzentriert zu arbeiten. Das ist etwas, das ich auch aus dem Handwerk kenne.“
Wo sehen Sie persönlich die größten Parallelen zwischen Dachdeckerhandwerk und Freestyle-Sport?
Niels Gehrke: „Ganz klar bei Balance, Körpergefühl und Risikobewertung. Auf dem Dach wie auf dem Bike muss ich wissen, was ich kann, und was nicht. Es geht darum, Situationen richtig einzuschätzen: Ist der Untergrund sicher? Habe ich genug Kontrolle? Bin ich mental voll bei der Sache? Außerdem bin ich lieber draußen als im Büro. Beides sind körperliche Tätigkeiten, bei denen Präzision entscheidend ist. Und nicht zuletzt fließt mein handwerkliches Know[1]how direkt in den Sport ein: Wir bauen unsere Rampen selbst aus Holz, mit höchstem Anspruch an Stabilität und Sicherheit.“
Sie treten mit Ihrer Crew regelmäßig bei Events und Messen auf. Welche Rolle spielt dabei Ihr handwerklicher Hintergrund?
Niels Gehrke: „Eine sehr große. Mir ist wichtig, dass alles sauber gebaut ist: keine wackelnden Konstruktionen, keine herausstehenden Schrauben. Wenn man Dachdeckermeister ist und einen hohen Qualitätsanspruch hat, nimmt man den automatisch mit. Gerade bei mobilen Rampen für Hallen oder Messen muss man sehr genau planen. Das ist klassisches Handwerk.“
Auf der DACH+HOLZ International 2026 sind Sie Teil des neuen Formats „Handwerk trifft Sport“. Was dürfen die Besucher erwarten?
Niels Gehrke: „Wir treten an jedem Messetag zweimal mit unserer Show auf und geben im Anschluss Autogramme. Zu sehen sind spektakuläre Tricks – von Vorwärtssaltos über 360-Grad-Drehungen bis hin zu doppelten Rückwärtssaltos der jüngeren Fahrer aus meinem Team. Uns geht es darum, Emotionen zu wecken und zu zeigen, wie viel Können, Training und Handwerk dahintersteckt.“
Sie bringen auch junge Fahrer mit. Fördern Sie gezielt den Nachwuchs?
Niels Gehrke: „Ja, absolut. Ich habe einen Verein mit rund 50 Mitgliedern und ein Nachwuchsteam mit sehr talentierten jungen Fahrern. Nachwuchsförderung ist mir wichtig – im Sport genauso wie im Handwerk. Ich setze mir auch beruflich das Ziel, möglichst jedes Jahr einen Auszubildenden einzustellen. Sport und Handwerk ergänzen sich da hervorragend: Wer körperlich fit ist, leistungsorientiert denkt und Teamgeist mitbringt, hat in beiden Bereichen gute Voraussetzungen.“
Kann ein solches Format, Ihrer Meinung nach, helfen, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern?
Niels Gehrke: „Definitiv. Handwerk ist leistungsorientiert, körperlich anspruchsvoll und unglaublich vielseitig. Das passt sehr gut zu sportlich aktiven jungen Menschen. Wenn man zeigt, dass Handwerk modern, kreativ und spannend sein kann, erreicht man auch eine Zielgruppe, die man sonst vielleicht nicht anspricht.“
Was treibt Sie persönlich an, sowohl im Beruf als auch im Sport?
Niels Gehrke: „Bei meiner Meisterprüfung hat mir einmal jemand gesagt: „Sie können in Zukunft nicht mehr beides machen.“ Das hat mich extrem angespornt. Ich wollte beweisen, dass es sehr wohl geht – erfolgreich im Handwerk zu sein und gleichzeitig im Sport Höchstleistungen zu bringen. Seitdem ist mein Anspruch in beiden Bereichen besonders hoch.“
Was bedeutet Ihnen der Auftritt auf der DACH+HOLZ International?
Niels Gehrke: „Sehr viel. Ich war noch nie auf der Messe und freue mich riesig darauf. Für uns als Sportler ist es eine besondere Gelegenheit, eine Woche indoor zu trainieren und aufzutreten. Und aus handwerklicher Sicht ist es spannend, neue Produkte zu sehen, sich auszutauschen und Teil einer Branche zu sein, die genau wie der Sport von Leidenschaft, Können und Präzision lebt.“
Über Niels Gehrke
Niels Gehrke (31) ist Dachdeckermeister und Freestyle-Mountainbiker. Er arbeitet als angestellter Dachdeckermeister in Taucha (Sachsen) und ist Gründer der Freestyle-Abteilung Mimo Trails im TSG 1861 Taucha – einer der größten Freestyle-Mountainbike-Vereinsabteilungen in Ostdeutschland. Mit seinem Team tritt er bundesweit bei Events, Messen und in Einkaufszentren auf. Auf der DACH+HOLZ International 2026 ist Gehrke Teil des neuen Aktionsformats „Handwerk trifft Sport“.
Über die DACH+HOLZ International
Die DACH+HOLZ International ist die führende Fachmesse für die Dach- und Holzbranche im europäischen Markt. Sie bietet eine einzigartige Plattform für Networking, Innovation und Geschäftsmöglichkeiten. Der Standortwechsel zwischen Nord- und Süddeutschland unterstreicht die unterschiedliche Ansprache der Gewerke Dachdecker und Zimmerer. Die nächste DACH+HOLZ International findet vom 24. bis 27. Februar 2026 auf dem Messegelände Köln statt.
Weitere Informationen: https://www.dach-holz.com/