So nicht: Die 5 häufigsten Gründe, warum es mit mit der Digitalisierung nichts wird
Digitalisierung im Bau scheitert selten an der Software – sondern am Start. Wenn du mit dem falschen Hebel beginnst, baust du ein Projekt, das teuer ist und trotzdem nichts verändert. Hier sind die Klassiker, die wir auf der Baustelle und im Büro immer wieder sehen – und wie du sie vermeidest.
1. Ihr startet mit dem Tool statt mit dem Problem.
„Wir brauchen ein System“ ist kein Ziel – es ist nur ein Einkaufsvorhaben. Wenn du nicht klar benennen kannst, welcher Schmerz verschwinden soll (z. B. Angebotslaufzeit halbieren, Rückfragen reduzieren, weniger Fehler), wird am Ende nur digital gearbeitet – aber nicht besser.
2. Die Mitarbeitenden werden zu spät eingebunden.
Wenn die Leute, die den Prozess täglich leben, erst beim Rollout davon hören, ist Widerstand vorprogrammiert. Dann entsteht eine Lösung am Reißbrett – und in der Praxis wird sie umgangen (Excel bleibt, Zurufe bleiben, „machen wir später“ bleibt).
3. Der Prozess ist nur „gefühlt“ bekannt.
Viele Teams denken, sie kennen den Ablauf – bis man ihn wirklich einmal Schritt für Schritt aufschreibt. Ohne sauberes Ist-Bild digitalisierst du oft Sonderfälle, Ausnahmen und Abkürzungen – und wunderst dich, warum das System ständig „nicht passt“.
4. Das Projekt ist zu groß geschnitten.
Wenn alles auf einmal gelöst werden soll, wird es automatisch ein Großprojekt: lange Laufzeit, viele Abhängigkeiten, viel Abstimmung. Ergebnis: Es startet – und endet nie. Besser ist ein klarer, kleiner erster Baustein (MVP), der schnell Nutzen liefert und Vertrauen aufbaut.
5. Es fehlt ein messbares Erfolgskriterium.
„Wir wollen digitaler werden“ ist zu weich – da kann niemand steuern, ob ihr vorankommt. Definiert stattdessen ein paar harte Kennzahlen: Durchlaufzeiten, Fehlerquote, Angebotsannahme, Rückfragen, Bearbeitungsminuten pro Vorgang. Ohne Messpunkt gibt’s nur Meinungen.