Dennis Brames – Tätowierer auf der DACH+HOLZ International
Warum Tattoos für ihn mehr sind als Motive auf der Haut – und weshalb Handwerk dabei eine besondere Rolle spielt.
DACH+HOLZ International
Köln,
Deutschland
Dennis, wie bist du Tätowierer geworden? Gab es einen bestimmten Moment oder war es ein schleichender Weg?
Es war eher ein schleichender Weg. Ich habe mich schon immer für Kunst und Zeichnen interessiert. Irgendwann kam die Faszination dazu, Menschen zu verändern – im Sinne einer dauerhaften Weiterentwicklung ihres eigenen Ausdrucks. Tattoos sind für mich genau diese Verbindung: Kunst, die bleibt, und etwas, das die Persönlichkeit eines Menschen sichtbar macht.
Was braucht man, um Tätowierer zu werden? Muss man besonders gut zeichnen können – oder sind andere Fähigkeiten mindestens genauso wichtig?
Zeichnen ist auf jeden Fall eine wichtige Grundlage, aber längst nicht alles. Genauso entscheidend ist der Umgang mit Menschen. Als Tätowierer muss man auf unterschiedliche Persönlichkeiten eingehen können, zuhören, verstehen und gemeinsam Ideen entwickeln. Tattoos entstehen immer im Zusammenspiel zwischen Kunde und Künstler. Ohne Vertrauen und Kommunikation funktioniert das nicht. Technisches Verständnis, Geduld, Empathie und Verantwortungsbewusstsein spielen daher eine ebenso große Rolle wie das Zeichnen selbst.
Was war bisher dein schönstes oder prägendstes Projekt? Gibt es ein Tattoo, auf das du besonders stolz bist?
Ein einzelnes Projekt herauszugreifen, fällt mir schwer. Dafür wäre die Liste einfach zu lang. Jedes Tattoo steht für sich und hat seine eigene Geschichte. Genau das macht den Beruf für mich so besonders: Jedes Projekt ist individuell, jeder Mensch bringt etwas anderes mit – und jedes Tattoo ist auf seine Weise bedeutend. Darauf bin ich stolz.
Gehören Dachdecker und Zimmerer zu deiner typischen Kundschaft? Welche Motive werden hier besonders nachgefragt?
Ja, Dachdecker und Zimmerer gehören auf jeden Fall zu meiner typischen Kundschaft. Besonders häufig werden Motive mit direktem Bezug zum Handwerk nachgefragt, aber auch kraftvolle Symbole – vor allem Wikinger-Tattoos.
Welche Tattoo-Trends beobachtest du aktuell?
Ich habe den Eindruck, dass sich der Trend wieder stärker in Richtung traditioneller Tattoos bewegt. Oldschool-Elemente oder grafische Motive mit klaren Linien und reduzierten Formen sind sehr gefragt. Viele Menschen wünschen sich etwas Zeitloses und Ausdrucksstarkes, das nicht schnell modisch wirkt. Insgesamt sind klassische und grafisch geprägte Motive derzeit besonders präsent.
Gibt es für dich klare No-Gos beim Tätowieren?
Ja, die gibt es. Wenn ich merke, dass jemand nicht bei klarem Verstand ist oder sich in einer schwierigen Lebensphase befindet, lehne ich ein Tattoo ab. Ein Tattoo ist etwas Dauerhaftes und sollte aus einer gefestigten Entscheidung heraus entstehen. Außerdem setze ich keine Motive um, die ich selbst nicht stimmig finde. In solchen Fällen versuche ich immer, gemeinsam eine bessere Lösung zu entwickeln, mit der beide Seiten langfristig zufrieden sind.
Worauf freust du dich bei deinem Auftritt auf der DACH+HOLZ International besonders?
Am meisten freue ich mich auf die persönlichen Begegnungen. Die DACH+HOLZ International bringt Menschen aus dem Handwerk zusammen, und genau dieser Austausch ist für mich das Spannende: Gespräche, neue Kontakte und das gemeinsame Interesse an ehrlicher, handwerklicher Arbeit. Außerdem freue ich mich darauf, meine Kunst in diesem Umfeld zeigen zu können und Teil dieses Events zu sein.